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Talk und Literatur im ITF-Club: Volker Rebell und Zélia Fonseca

Volker Rebell (Kult-Moderator von HR bis byte.fm) und Zélia Fonseca (brasilianische Sängerin und Gitarristin), Moderation: Hans-Jürgen Lenhart (Musikjournalist) Weltmusik 2.0, Global Pop oder…? – Musikalische Traditionen im digitalen Zeitalter
  • 30. Nov. 2021 / Dienstag 20:00 Uhr
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Das Internationale Theater Frankfurt (ITF) hat in den letzten Jahren als Veranstalter weltmusikalischer Konzerte an Bedeutung gewonnen. Grund genug, einmal die Entwicklung von Weltmusik und ihre Stellung im heutigen Musikmarkt zu beleuchten. Die Veranstaltung verbindet dabei das sachkundige Gespräch mit einem Konzert.

Volker Rebell, der seit 1970 tätige Moderator unzähliger Musiksendungen (Volkers Kramladen, Rumms) war in Deutschland und vor allem im Sendegebiet des Hessischen Rundfunks einer der ersten überhaupt, der neben Rock und Pop auch Musik ferner Kontinente spielte. Die Erkennungsmelodie einer seiner Sendungen hatte sogar einen weltmusikalischen Touch. Bis heute verfolgt er in seinen von riesiger Vielfalt und Neugierde geprägten Radioshows nicht nur musikalische Entwicklungen der unterschiedlichsten Länder des Globus, er konnte auch über Jahrzehnte verfolgen, wie sich der Begriff „Weltmusik“ verwandelt hat. Er kann einschätzen, welchen Stellenwert damit gemeinte Musik im Angebot der Radiosender hat und inwiefern das Internet die Wahrnehmung von Weltmusik verändert.

 

Zélia Fonseca, Gitarristin, Sängerin und Songwriterin aus dem Südosten Brasiliens, wird an diesem Abend zugleich als Musikerin und Gesprächspartnerin auftreten. Sie lebt seit 1989 in Europa und ist in Frankfurt keine Unbekannte. Hier wohnte sie viele Jahre und in diese Zeit fällt auch ihr Bekanntwerden mit dem erfolgreichen Duo „Rosanna & Zelia“. Später war sie einige Jahre Mitglied bei der Frankfurter Ethnopopband Kick La Luna. Sie tourte durch ganz Europa, Kanada sowie Asien und stand auf der Bühne mit Berühmtheiten wie Compay Segundo, Joe Zawinul oder Brasiliens Superstar Djavan. Ihre Musik ist von ihrer Heimat, dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geprägt: Starke Melodien voller beseelter Melancholie stehen neben magischen Rhythmen. Diese Musik charakterisiert auch ihre zahlreichen Alben unter eigenem Namen. Als brasilianische Musikerin außerhalb ihrer Heimat hat Fonseca andere Einflüsse aufnehmen können, sich nicht den Trends des brasilianischen Musikmarktes aussetzen müssen. Dies war für ihre musikalische Entwicklung bedeutend. Sie kam mit Jazz, Techno oder Kammermusik in Berührung. Man könnte sie daher als „Weltmusikerin par excellence“ bezeichnen. Sie erlebt den Wandel des ambivalenten Begriffs „Weltmusik“ von der produzierenden Seite her.

 

Doch kann man im digitalen Zeitalter überhaupt noch von Weltmusik sprechen? Ist so ohne Weiteres zwischen „Musik West und dort der Rest“ zu unterscheiden? Was hat sich bei einer internationalen Karriere bezüglich der nationalen Herkunft von Musikerinnen und Musikern in den letzten 50 Jahren getan? Ist Weltmusik, Folk und Artverwandtes im öffentlichen Rundfunk verdrängt worden oder in die Nischenecke der Spezialisten geraten? Heißt Globalisierung auch zunehmender musikalischer Austausch im Sinne von ästhetischer Veränderung und Bereicherung von Musikgenres oder werden popmusikalische Standards mehr denn je das Maß der Dinge? Welche Rolle spielt die Digitalisierung von Musik, besonders im Web? Rebell und Fonseca werden zu derartigen Fragen ihre unterschiedlichen Rollen in der Musikszene zu spannenden Eindrücken nutzen.

 

Moderator Hans-Jürgen Lenhart schreibt seit rund 30 Jahren für verschiedene Musikmagazine, erstellte Sendungen für den HR und WDR, und ist Blogger in Sachen lateinamerikanischer Musik. Er gestaltet zudem die Reihe ITF Club im Internationalen Theater Frankfurt.